Verfasst von gses.
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Gijon reloaded
Eine kleine Rückblende auf den 18.1.10: Das 0:0 zwischen Gastgeber Angola und Algerien im letzten Vorrundenspiel der Gruppe A des Afrika-Cups reichte beiden Teams zum Weiterkommen. Der Sieg des Drittplatzierten Malis gegen Malawi war damit völlig wertlos. Dieses Ereignis rief nun natürlich jene auf den Plan, die sich an den Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und Österreich bei der WM in Spanien 1982 erinnerten. Das deutsche 1:0 in Gijon genügte beiden und Algerien war damals der dumme Dritte. Seither werden die letzten Gruppenspiele zeitgeich ausgetragen.
Relativ frisch dürfte die Erinnerung an den skandinavischen Angriffspakt der EM 2004 sein. Ein 2:2 hätte vor dem Spiel beiden gereicht, um die Italiener (unabhängig von deren Ergebnis) aus dem Turnier zu befördern. Den beiden sympathischen Teams gelang dies in dramatischer Manier. Der Schwede Jonson traf erst in der 89. zum 2:2. Ein wahres Schauspiel.
Doch damit nicht genug. Sieht man sich explizit WM-Turniere der Vergangenheit an, stolpert man immer wieder über Ergebnisse die beiden halfen bzw. einem letztlich nicht weiter schadeten.
1954 einigten sich Brasilien und Jugoslawien im letzten Vorrundenspiel auf ein 1:1, das den 3:2 Sieg der Franzosen über Mexico wertlos machte, und beide sicher ins Viertelfinale spülte. Acht Jahre später waren die Leidtragenden erneut die Italiener. Gastgeber Chile, der bereits sicher im Viertelfinale war, wehrte sich gegen die deutsche Nationalmannschaft wohl nicht mehr mit allen Kräften, verlor 2:0, und Italien musste tags darauf noch ein völlig wertloses Spiel gegen die Schweiz bestreiten.
Bei der WM 98 in Frankreich entschied sich Brasilien als sicherer Gruppensieger, den netten Norwegern ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Das 2:1 der Skandinavier ließ das Ergebnis des anderen Spiels (Marokko-Schottland) in dieser engen Gruppe zur Makulatur werden. Ein ähnliches Beispiel lieferten im gleichen Jahr die Nigerianer, die nach zwei überragenden Siegen in den Gruppenspielen gegen Spanien und Bulgarien “völlig überraschend” gegen Paraguay verloren. Somit half dem Geheimfavorit aus Spanien auch kein 6:1 gegen die Bulgaren.
Bleibt die Frage: Ist das Betrug? Am Gegner, an den Fans und überhaupt? Ich finde nicht. Jeder ist sich selbst der Nächste, und somit haben zwei aufeinandertreffende Teams auch das gute Recht einen Weg zu wählen, der beide eine Runde weiter bringt. Oder etwa nicht?
(danke an wikipedia für die Quellen)
Betrug würde ich es auch nicht nennen, aber ganz sportlich ist es auch nicht.
Die Teams die dadurch ausscheiden haben selber Schuld,wie ja schon gesagt wurde, hätten sie den Einzug in die nächste Runde schon vorher klar machen können.
Allerdings, den Fans die horente Preise bezahlt haben und sich auf ein schönen Spiel freuen, ist das nicht ganz fair gegenüber.
Denn würdet ihr euch ein Spiel angucken(wenn es nicht gerade euer Liebling-Team ist) wenn ihr schon vorher wisst: “Das wird ein 0:0 weil dann beide weiterkommen.” ?
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Wer vorher nicht alles klar macht, darf sich hinterher nicht bei anderen beschweren.
Wer vorher alles klar macht, darf sich im letzten Spiel schonen.