Verfasst von gses.
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Keine Lust auf den Club
Es ist komisch. Der Verein, dem man die letzten Jahre die Treue gehalten hat, spielt zum Rückrundenauftakt auf Schalke, und man versucht sich an diesem tristen Sonntagnachmittag irgendmöglich anderweitig zu beschäftigen. Denn man hat sich entschlossen, die Rückrunde 2009/2010 als neutraler Fußball-Fan zu verbringen. So ähnlich wie ein Einzelner den Klimawandel nicht aufhalten kann, für sein Gewissen und seinen Stolz jedoch einiges im Kleinen tut. Den Kühlschrank richtig beladen, regional erzeugte Lebensmittel kaufen und an Bahnübergängen den Motor aus machen.
Und ich ignoriere für eine Halbserie den 1. FC Nürnberg. Weil man einen Trainer gefeuert hat, der meine Symphatien hatte. Der so angenehm anders war, in diesem immer gleich wirkenden Geschäft. Weil man einen neuen Trainer hat, der sich mit stumpfsinnigen Fußballerfloskeln wie “Gras fressen” oder “kratzen und beißen” ausdrückt. Weil man zwei neue Spieler geholt hat, die von den Clubfans nur akzeptiert werden, da sie der Mannschaft wirklich helfen werden. Obwohl sie von den Bayern kommen. Und in der Not frißt der Teufel fliegen. Und wenn die Zwei im Sommer wieder weg sind, geht das Theater erneut von vorne los und die Bundesligauntauglichkeit (falls der Klassenerhalt tatsächlich geschafft wird) wird erneut mit Leihgeschäften zu kaschieren versucht. Das hat keine Zukunft.
Ganz schaff’ ich es aber dann doch nicht. Ich sehe kurz in den Live-Ticker. Es läuft die 56. Minute, Charisteas spielt und Kuranyi hat getroffen. Ich gehe lieber spazieren.
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