Sprich: Mosambik gegen den Benin. Nachdem die starken Ägypter –  bei denen man sich wahrlich fragt, warum sie nicht bei der WM dabei sind – gegen die wiedermal schwachen Nigerianer (vor 2 Jahren schon eine Enttäuschung unter Hans-Hubert’s Händen) mit 3:1 besiegt hatten, konnte sich einer der beiden Außenseiter aus Gruppe C mit einem Sieg die Chance auf das Viertelfinale wahren.

Relativ schnell ging es dann auch schon zur Sache. Mosambik’s Torwächter Rafael, von dem später noch zu lesen und zu sehen sein wird, verschätzte sich zum ersten Mal wie ein westlicher Finanzjongleur, kam unbeholfen aus dem Tor und holte den pfeilschnellen Razak Omotoyossi von den Beinen. Zwar wurde der Nachschuss in grausamster Weise (aus fünf Metern in den Abendhimmel) vergeben, doch Schiedsrichter Khalid Abdel Rahman aus dem Sudan entschied gnädigerweise doch noch auf Elfmeter. Omotoyossi, der einzige namentliche Star dieser Partie, besorgte mit einem humorlosen Kick in die Tormitte die Führung für die Mannen aus Westafrika. Als der Benin kurze Zeit später, dank einem Eigentor des Mosambikers Khan, auf 2:0 erhöhen konnte, schien die Partie bereits gegessen. Doch es wäre nicht der Afrika-Cup, hätten die Torhüter nicht auch noch ihr gehöriges Wörtchen mitzureden. Benins Torwart Yoann Djidonou hopste nach einer mosambikischen Ecke mit beiden Fäusten blindlings an Jabulani vorbei, irrte kopflos durch den Strafraum und ermöglichte dem 16er von Mosambik einen Kopfball ins leere Tor.

Südafrikas Nachbarstaat wachte nun auf und konnte sich dank einer motivierten Mannschaftsleistung in die Partie hineinspielen. Mithilfe der beninschen Hintermannschaft, die teilweise eine harmonische Abstimmung zeigte wie die schwarz-gelbe Koalition, entwickelte sich von nun an ein munteres Match. Einerseits geprägt von kindlichem Übermut, andererseits verblüffend aufgrund schneller direkter Ballstafetten, die jedoch regelmäßig mit unfasslich katastrophalen Fehlpässen endeten.

In Halbzeit 2 machte Dijdonou erneut auf sich aufmerksam, als er an der Auslinie den Ball ins Seitenaus drosch. Doch anstatt schnellstens in sein Tor zurücksprinten, blickte er der Kugel nach wie ein Verliebter seiner Verflossenen. Ein mosambikischer Außenangreifer unterbrach die Romantik mit einem mambaartigen Einwurf und nach einem weiteren Pass durfte Fumo den Ball ins leere Tor spielen – 2:2!

Rafael macht den Hambüchen

Danach passierte nicht mehr allzu viel. Bis auf eine noch nie dagewesene Aktion von besagtem Rafael. Um im Torwart-Slapstick-Duell nicht unterzugehen, hatte er sich etwas ganz besonderes einfallen lassen. Anstatt sich nach dem Aufnehmen eines ankommenden Balls einfach nach vorne abzurollen, erschuf er plötzlich eine Mischung aus Kopf- und Schulterstand, ließ den Ball währenddessen wie ein Olympiasieger der rhythmischen Sportgymnastik elegant an sich hinabrollen und vollendete die Salto-Figur gekonnt. Nach kurzem Verharren in verkehrter Lage, erkannte er rechtzeitig den Ernst der Situation und stürzte sich mit aller Gewalt auf die immer noch freiliegende Kugel. Diese lag ja dann immerhin doch schon vier Meter vor dem eigenen leeren Kasten.*

Ein, trotz sehr mäßigem Niveau, höchst unterhaltsames, munteres und, bis auf ein paar nett gemeinte Tritte, faires Spiel. Afrikameister wird von den Beiden höchstwahrscheinlich keiner. Mambas und Eichhörnchen gehen damit leer aus. Fußballfans aus aller Welt dürfen sich aber (hoffentlich) noch auf zwei Auftritte der Torleute Rafael und Dijdonou freuen.

Torschützen:

0 : 1 Razak Omotoyossi 14. / Elfmeter

0 : 2 Dario Khan 20. / Eigentor

1 : 2 Miro 29. / Kopfball

2 : 2 Fumo 55. / Linksschuss

*http://www.youtube.com/watch?v=PZ_RyNBrsv0

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