Verfasst von Schmuedee.
Verfasst von Schmuedee.
Unterwegs mit dem FC St. Pauli
Als FC-Fan kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen den FC St. Pauli zu unterstützen, wenn er schon mal in der „Gegend“ ist. Nach vier Stunden Schlaf (Ich danke dem DFB für die tollen Anstoßzeiten) habe ich mich am Sonntag also auf den Weg Richtung Augsburg gemacht. Am Münchner Hauptbahnhof begegnete man schon dem ein oder anderen Gleichgesinnten (Fußball- als auch Bier-technisch gesehen). Die Fahrt mit dem „Regionalexpress“, dem man eine gewisse Ähnlichkeit mit einer S-Bahn nicht absprechen konnte, ging auch erstaunlich schnell vorbei. Am Platz vor dem Hauptbahnhof in Augsburg rotteten sich dann schon die ersten Fan-Massen zusammen. Die Stimmung war gut, von wenig behaarten Andersgesinnten fehlte auch jede Spur. Wir beschlossen also, sofort zum neuen Augsburger Stadion zu fahren und dort die nächstgelegene Kneipe aufzusuchen. Als der mit Motorrad-Begleitschutz ausgestattete Shuttle-Bus dann allerdings nach 10 Minuten Fahrt auf die Autobahn abbog und Richtung Einöde fuhr, war schnell klar, dass wir so schnell keine Kneipe mehr zu Gesicht kriegen würden …
Stimmung in der St. Pauli-Kurve: Sensationell!
…Und da waren wir nun, beim Sieger des Wettbewerbs „Deutschlands schönstes Stadion“. Vorbild für das Design war wohl der ostdeutsche Baustil des 20. Jahrhunderts. Eine graue Wand, mitten in der Pampa, weiträumig eingezäunt. Der einzige Farbtupfer war das Rot des in der Nähe gelegenen Übergrößenmöbelhauses. Getränke und WCs gab es nur innerhalb der Abzäunung. Um allerdings an dieser vorbeizukommen, musste man erst eine peinlich genauen Körperkontrolle über sich ergehen lassen. Meine Mine samt Ummantelung (häufig auch Kugelschreiber genannt) wurde mir daraufhin entwendet. Kaum drinnen, stürzte ich mich auf das leichte Weißbier. (Hmm, soll ich mich aufregen, dass es nur leichtes Bier gibt oder froh sein, dass es überhaupt was mit Alkohol gibt?) Dass man nur mit dort erhältlichen aufladbaren Geldkarten bezahlen kann, soll einem wohl das Leben erleichtern, macht den Service aber auch nicht schneller. Höhepunkt war, dass kurz vor Spielbeginn das Bier vorübergehend leer war.
(Ein Insider muss dem Getränkelieferanten wohl erzählt haben, dass die St. Pauli-Fans dieses Mal weniger trinken …) Aber selbst die teilweise widrigen Umstände konnten uns den Spaß nicht verderben. Die St. Pauli-Kurve war brechend voll. Die Stimmung zumindest bei den vorwiegend braun gekleideten Fans sensationell. Die Stimmung der FCA-Anhänger hingegen war eher mäßig. Deren Stehplätze nehmen im neuen Stadion nun eine ganze Gerade ein. Vermutlich soll so eine ähnlich imposanter Eindruck wie in Dortmund entstehen, was nicht wirklich gelang. Die Zuschauer der Gegengeraden sind dem Stadion gleich komplett ferngeblieben.
Das Spiel begann dann eher verhalten. Fehlpässe über Fehlpässe. Die Hamburger Kicker wirkten von Anfang an fahrig und unkonzentriert. Umso erstaunlicher war es, dass St. Pauli durch Marius Ebbers in der 29. Minute in Führung ging. Die Freude wurde allerdings durch eine rote Karte in der 35. Minute getrübt. Das Einsteigen von Lechner wertete Guido Winkmann als grobes Foulspiel und stellte ihn vom Platz. Es war klar, dass es in der zweiten Halbzeit nun schwierig werden würde. Und so kam, was kommen musste. Nachdem die Hamburger den Ball in der 54. Minute einfach nicht aus der eigenen Hälfte befördern konnten, war Thurk zur Stelle und köpfte ein. In der Abwehr nun total überfordert, bugsierte sich Morena nach einem Augsburger Konter die Kugel beim Versuch den Ball ins Toraus zu grätschen selber ins Tor. Völlig überraschend fingen sich die Nordlichter aber wieder und belohnten sich in der 73. Minute mit dem 2:2. Nach einer sehr starken kämpferischen Leistung in der zweiten Halbzeit war das Spiel quasi schon als Arbeitsunentschieden abgehakt. Doch durch eine Unkonzentriertheit in der Nachspielzeit brachten sich die Paulianer um den Lohn der Mühe.
Der Rückweg war daraufhin natürlich nicht mehr so fröhlich, aber dank dem gut geschützten Shuttle-Bus kamen wir wenigstens wieder alle heil nach Hause.
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