Der 21-jährige* Joe Cada geht als Chipleader in das Heads-Up des diesjährigen Main Events der World Series of Poker. Erstaunlich dabei ist, dass er noch mehr Glück benötigte als ehemalige, nicht unbedingt respektierte, Sieger wie Jamie Gold und Jerry Yang. Und das obwohl Cada als einer der besten Online-Spieler weltweit gilt (EDIT: Jetzt dürfte er wohl eher als “Donkey” gelten). Er gewann mit Pocket-Vierern gegen den Michael Jordan des Poker, Phil Ivey, der A8 hielt, einen wichtigen Coinflip – so weit, so normal. Gegen Cardplayer-Magazine Chefredakter Jeff Shulman gewann er mit 33 gegen JJ als im Flop eine 3 auftauchte. Diesen Suckout wiederholte er, als noch vier Spieler am Tisch waren. Gegen den besten Spieler des Tages, den Franzosen Antoine Saout, traf er mit 22 gegen QQ ein Set am Flop. Und als krönenden Abschluss nahm er schließlich Saout’s Achter mit AK auseinander, natürlich mit einem König am River.

Im Eins gegen Eins am Montag ist er mit rund 136 Millionen in Chips großer Favorit gegen den „ordinary Joe“, Holzfäller Darvin Moon, der rund 59 Millionen hält.

Dass es Moon ins Heads-up geschafft hat, dürfte die größte Pokersensation der Geschichte sein. Der 45-jährige Holzfäller hatte zuvor noch nie an einem großen Pokerturnier teilgenommen, was man auch an einigen seiner während des Turniers gespielten Händen merkte. Dennoch spielte er recht solides ABC-Poker, was ihn von einigen anderen Amateuren, wie z.B, Finaltisch-Kollege Steven Begleiter bisher unterschied.
Doch ihm schien in den 17(!) Stunden des Finaltisches, wohl auch aufgrund seiner steigenden Müdigkeit, ein wenig der Gaul durchzugehen. Trotz fragwürdiger Spielzüge ist er am Ende dank ein wenig Glück tatsächlich im 1on1 um das begehrte Main-Event Bracelet und 8.5 Millionen Dollar. Knapp 5.2 Million hat er immerhin schon sicher.

Sensationeller als Moneymaker? Ja, denn als der Buchhalter Chris Moneymaker den Pokerboom 2003, mit einem sensationellen Main-Event Bracelet im Heads-up gegen den Las Vegas Pro Sam Farha, auslöste, gewann er das Turnier als noch keine Pause von Juli bis November eingelegt wurde. Jeder, der Poker spielt weiß, wie wichtig es ist bei einem guten Lauf weiter zu machen.

Ich lege jedem Pokerinteressierten die ESPN-Staffeln ab Tag 1 des Main Events ans Herz. Es ist ein Marathon, aber er lohnt sich. Die Sprüche von Co-Kommentator Norman Chad sind das humorvollste was man als Pokerfan erleben kann und die Intros von ESPN sind so triefend pathetisch, wie es nur von Amerikanern kommen kann, beispiellos ausgereizt schon in der allerersten Folge von Tag 1.

Auf Pokertube unter „wsop 2009“ gibt es alle Folgen etwas übersichtlicher geordnet. Viel Spaß!

Die Auszahlungen der Top 9, so weit sie feststehen:

3. $ 3,479,670 Antoine Saout
4. $ 2,502,890 Eric Buchman
5. $ 1,953,452 Jeff Shulman
6. $ 1,587,160 Steven Begleiter
7. $ 1,404,014 Phil Ivey
8. $ 1,300,231 Kevin Schaffel
9. $ 1,263,602 James Akenhead


*er hat damit die Chance, der jüngste Main Event Champion aller Zeiten zu werden.

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