Die Saison begann viel versprechend. Mit Ewald Lienen kam endlich mal wieder ein erfahrener Trainer zu den Löwen, der Saisonstart gelang mit einem überzeugenden Heimsieg am ersten Spieltag und die Fans schienen sich endlich an die ungeliebte Allianz Arena gewöhnt zu haben. Deshalb trauten viele der Mannschaft nach mittelmäßigen Vorjahresleistungen (12./11./8./13.) sogar den Aufstieg zu. Zugegeben, auch auf meiner Abschlusstabelle waren die Löwen durch diese scheinbare Aufbruchstimmung weit oben angesiedelt. Doch die Realität ist mittlerweile eine andere. Nach nur 3 Siegen aus 11 Spielen steht man bedenklich nahe an der Abstiegszone. Und die Nerven liegen nach dem letzten Spiel blank. Nachdem Ex-Trainer und jetzt Lautern-Trainer Kurz nach dem 1:0 der Pfälzer offensichtlich provokant einige Zeit mit geballter Faust in Richtung Münchner Bank jubelte, verweigerte ihm Lienen bei der anschließenden Pressekonferenz den Handschlag und verzichtete auch auf einen gemeinsamen Fernsehauftritt nach dem Spiel. Die mit einiger Genugtuung versehene Geste von Kurz ist zwar fragwürdig, veranlasste den sonst ruhigen Lienen dazu, in aller Öffentlichkeit zu demonstrieren, wie es um die psychische Verfassung des TSV 1860 bestellt ist. Trotz einer an sich guten Kombination aus erfahrenen Spielern (Kiraly, Hoffmann, Rösler, Lauth) und jungen Talenten (Mlapa, Holebas) gelingt es der Mannschaft seit Beginn der Saison nicht, die Nervosität abzustellen. Und die Trainerdiskussion kann trotz gegenteiliger Beteuerungen (Stevic: „Wir haben kein Trainerproblem“) nicht mehr lange aufgeschoben werden. Es wird eng für Lienen, weil, und soweit lehne ich mich jetzt aus dem Fenster, die nächsten zwei Spiele in Cottbus und Bielefeld auch nicht gewonnen werden. Da ist es im Moment auch nicht gerade zuträglich , dass Uli Hoeneß angekündigt hat, die klammen Löwen wegen ausstehender Catering-Rechnungen zu verklagen. Immerhin 50.000 Euro pro Heimspiel sollen die Löwen seit Saisonbeginn nicht bezahlt haben. Sollte man den Prozess verlieren, wird es wahrscheinlich nicht nur sportlich mal wieder ein schwarzes Jahr.

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