Verfasst von gses.
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“Klopp hat den Positivismus zurückgebracht”
Nach Jahren der Unkonstanz hat Borussia Dortmund mit Jürgen Klopp scheinbar einen Trainer gefunden, der die Mannschaft wieder nach oben bringen kann. Das bestätigte auch BVB-Blogger Nick im fünfzehnten Teil des “Bloggerblicks”. Außerdem sprachen wir über den überraschenden Abgang von Alex Frei und die Misswirtschaft der vergangenen Jahre.
Bisher erschienen im “Bloggerblick”:
“Es muss wieder Spaß machen, auf Schalke zu gehen”
“Oenning hat in sehr kurzer Zeit sehr viel richtig gemacht”
“Hoffenheim hätte letztes Jahr schon alle schlagen können”
“Gomez war eine Naturgewalt”
“Die Niederlagen gegen Bremen haben an der Substanz gezehrt”
“Die Titelverteidigung ist utopisch”
“Wiese ist zu einer absoluten Kultfigur geworden”
“Dutt ist taktisch eine Klasse besser als Finke”
“Der Abstieg wäre für Mainz keine Schande”
“Die Erwartungen sind in Gladbach meist zu hoch”
“Adler muss sich wieder fangen”
“Hoffentlich hat Meier aus der Vergangenheit gelernt”
“Wenn wir die ersten 3 Spiele verlieren, dann brennt die Bude”
“Hinter den Kulissen wird bei Hertha einiges passieren“
Kann der BVB in der neuen Saison so weitermachen wie in der starken Rückrunde?
Ich bin da sehr optimistisch. Es ist ja, im Vergleich zu anderen Vereinen, ein großer Pluspunkt noch immer den gleichen Trainer zu haben. Die Mannschaft ist zum Großteil zusammengeblieben und wurde in der Breite sinnvoll verstärkt. Bis auf Alex Frei haben wir alle wichtigen Leute gehalten, daher glaube ich, dass es so stark weitergehen kann.
Frei’s Weggang war dann doch ziemlich überraschend, und er war bekanntermaßen ein Publikumsliebling. Wie kam das bei den Fans an?
Nicht nur ich, sondern auch einige andere Fans haben dazu zwiespältige Gedanken. Er war einer der beliebtesten Spieler und Top-Torschütze mit super Quote. Aber man hatte bereits seit einigen Monaten gemerkt, dass er mit dem Kopf nie richtig in Dortmund angekommen war und sich nie so ganz 100%ig wohlgefühlt hat. Und Klopp hat sogar teilweise nicht voll auf ihn gesetzt, da dieser eher auf schnelle, dribbelstarke Spieler in der Spitze Wert legt. Frei ist “nur” der klassische Torjäger und daher musste er dann auch manchmal auf der Bank Platz nehmen. Am Ende hat auch die Chemie zwischen den beiden nicht mehr ganz gepasst, das merkt man auch als Fan und dann denkt man sich: Wenn der Spieler wirklich weg will – gerade einer der viel für uns geleistet hat – dann muss man ihn letztendlich auch gehen lassen, im Besonderen so eine starke Persönlichkeit wie Frei. Im Endeffekt war klar, dass das Geld dann wieder investiert werden würde, von daher sehe ich die Geschichte mit einem weinenden und einem lachenden Auge, weil wir dafür Barrios bekommen haben.
Über Barrios kommen wir zu den Transferaktivitäten. Auf wen ist beim BVB in der kommenden Saison besonders zu achten?
Im Vordergrund steht natürlich Barrios. Das ist einer, hinter dem einige andere Vereine auch verpflichten wollten, er hat ein sehr großes Potenzial. Man hat bisher bereits gesehen welch gute Anlagen er hat und über solch junge Stürmer mit starker Torquote freut man sich natürlich besonders. Durch das begrenzte Budget war es darüberhinaus nicht möglich Rieseneinkäufe zu tätigen, aber in der Breite wurde der Kader gut verstärkt. Mit Feulner, Großkreutz, den wir aus Ahlen zurückgeholt haben, und Rangelov wurden Leute geholt, die zwar nicht sofort Stammspieler sein werden, die das Team aber punktuell verstärken und die man immer bringen kann.
Was hat sich in Dortmund verändert seitdem Klopp da ist, was denken die Leute über ihn?
Klopp ist schon vor seiner Verpflichtung der Ruf voraus geeilt, Spaß zu vermitteln und ein sehr guter Motivator für Spieler und Fans zu sein. Das hat sich bewahrheitet, denn er hat den Positivismus zurückgebracht. Es hat sich dann gegenseitig hochgeschaukelt, die positive Stimmung und das gute Abschneiden, besonders zum Ende hin. Er ist, neben seinen Motivationskünsten, ein Fußball-Fachmann und es hat hier einfach vom ersten Moment alles gepasst.
Denkst du, dass der BVB Klopp’s große Trainerstation ist oder benutzt er Dortmund als Karrieresprungbrett?
Ich glaube nicht, dass er nur für kurze Zeit plant. Aber wenn er extrem erfolgreich ist, werden logischerweise andere Vereine auf ihn aufmerksam, aber ich habe das Gefühl dass er einer ist, der Kontinuität möchte und hier etwas aufbauen will. Er hat sich außerdem viele Gedanken über das Dortmunder Jugendkonzept gemacht. Ich sehe da so schnell keine Ende und es wäre schön wenn er sehr lange dableibt.
Der BVB war Mitte der Neunziger dank Meisterschaften und Champions League Sieg eine große Nummer. Dann ging es, sportlich wie finanziell, ziemlich bergab. Die Fans müssen doch ziemlich sauer sein, dass die Jahrhundert-Chance sich auf Dauer in der europäischen Spitze festzubeißen, in den Sand gesetzt wurde.
Das war eine extrem schwierige Zeit damals. Die meisten Fans sind natürlich unheimlich sauer auf das damalige Führungsgespann Niebaum/Meier. Nach den Erfolgen wurde ganz schlecht gewirtschaftet, man war sportlich verpflichtet in die Champions League zu kommen. Selbst die frühen Erfolge hatten schon kein ordentliches Fundament, und da ist man dann doch sehr vor den Kopf gestoßen wenn man all das hört. Vor ein paar Jahren war es dann richtig hart, als man nicht wußte wie die Gläubiger reagieren werden und der Verein schon mit einem Bein in der Oberliga stand, da war ich dann eher besorgt als sauer. Mit dem neuen Vorstand war dann zum Glück der Weg frei für den notwendigen Schnitt und ich hoffe, dass die nicht die gleichen Fehler begehen werden.
Die Rivalität zu Schalke ist unvergleichlich. Aber ist es denn wirklich wichtiger gegen die zweimal zu gewinnen anstatt Meister zu werden und beide Spiele zu verlieren?
Ich würde die Meisterschaft nehmen. Gegen Schalke ist es wahnsinnig wichtig, aber wenn man Meister ist und beide Derbys verliert, dann steht man letztendlich logischerweise dennoch vor denen, und das ist im Endeffekt das Allerwichtigste. Die Genugtuung ist dann zusätzlich groß genug, wenn Schalke mal wieder nicht Meister wird. Und grundsätzlich kann man schon sagen: Hauptsache vor Schalke, dann ist alles gut.
Nick’s Managerspielempfehlungen
Bei Barrios bin ich mir ziemlich sicher, dass er einschlägt. Hajnal ist als spielstarker Vorlagengeber für Manager gut geeignet.
Autor: gses
Photo under creative Commons License. Author: Schiwago
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