Wohl kaum ein Verein hat so ein positives Image wie der SC Freiburg. Ein weltoffener Club, der sich durch sein berühmtes Kurzpassspiel in ganz Deutschland viele Freunde gemacht hat. Wie es um die aktuelle Freiburger Mannschaft bestellt ist, darüber sprach ich mit Paul vom SCFreiburg1904 Blog.

Bisher erschienen im “Bloggerblick”:
Es muss wieder Spaß machen, auf Schalke zu gehen
Oenning hat in sehr kurzer Zeit sehr viel richtig gemacht
Hoffenheim hätte letztes Jahr schon alle schlagen können
Gomez war eine Naturgewalt
Die Niederlagen gegen Bremen haben an der Substanz gezehrt
Die Titelverteidigung ist utopisch
Wiese ist zu einer absoluten Kultfigur geworden

Sprach man vom früher vom SC Freiburg, kam man an Volker Finke nicht vorbei. Was hat sich denn mit Robin Dutt geändert?
Von außen wird so getan als gäbe es große Veränderungen, aber so richtig viel getan hat sich eigentlich nicht. Im Großen und Ganzen ist Freiburg Freiburg geblieben. Die etwas älteren Fans gehen jetzt nicht mehr so regelmäßig zum Fußball, das Publikum ist etwas jünger geworden. Zum Trainer selbst: Taktisch ist Dutt sogar noch einmal eine höhere Liga als Finke, da er die Spieler meiner Ansicht nach noch besser fördern kann und er dem Team eine unheimlich abgeklärte Spielweise beigebracht hat.

Freiburg schafft es immer wieder tolle Talente hervorzubringen. Wer ist denn im aktuellen Kader zu beachten?
Ömer Toprak ist sicherlich das größte Talent, der leider bekanntermaßen beim Kart-Unfall schwerste Verbrennungen erlitten hat.  Der Tank explodierte, nachdem ihm jemand hintendrauf gefahren ist. Bei ihm sieht es aber wieder ganz gut aus, dass er schon bald wieder aktiv werden kann. Aus der eigenen Fußballschule gibt es noch Johannes Flum, der bereits sehr souverän agiert. Julian Schuster, der beim VfB Stuttgart ausgebildet wurde, ist in diesem Zusammenhang auch noch zu nennen.

Was ist denn nächste Saison drin für den Sportclub?
Der Klassenerhalt ist auf alle Fälle möglich, da die Mannschaft eingespielt ist. Daniel Schwaab ging leider nach Leverkusen, aber das ist in Freiburg der Lauf der Dinge, da sich nur so die Fußballschule finanzieren kann. Wenn man die Verträge der Spieler regelmäßig auslaufen ließe, würde man auch keine Ablösesummen einnehmen, die für Freiburg überlebenswichtig sind.

Die Bewusstsein ein Ausbildungsverein zu sein, ist demnach allgegenwärtig?
Jeder Spieler wird irgendwann gehen, alleine schon wegen der Weiterentwicklung. Man würde sich wünschen, dass es nicht so ist, aber wenn ein Spieler einen gewissen Grad erreicht hat, kann Freiburg den einfach nicht mehr halten. Manchmal würde ich mir aber wünschen, dass die Spieler die Freiburg verlassen, kleinere Schritte machen würden, d.h. nicht sofort zu einem Topverein, wo sie dann oft nur auf der Bank sitzen, sondern erstmal zu einem weniger großem Verein zu gehen, wo sie auch regelmäßig Spielpraxis bekommen.

Was sagst zu den Transferaktivitäten des Sommers?
Ali Günes, der nach seiner Rückkehr sehr enttäuschte, hat den Verein ebenso verlassen wie Kevin Schlitte, der letzte Saison den Anschluss verpasst hat. Bei den Neuzugängen bin ich v.a. von Makiadi überzeugt, dem traue ich zu, hier einiges zu reißen. Bei Stefan Reisinger bin ich mir da nicht so ganz sicher, der hat ja z.B. bei 1860 München keine guten Leistungen gebracht. Bei ihm könnte auch die fehlende Technik ein Problem werden, aber es ist ja dennoch oft so, dass auch Stolperer gerne mal die Tore machen. Das sieht man auch an Idrissou, der jetzt auch nicht unbedingt der Supertechniker ist.

Paul’s Managerspielempfehlungen
Bei Julian Schuster kann man nichts falsch machen und auch ein Ömer Toprak ist das Risiko wert, da er schon bald zurückkommen wird.

Autor:gses

Photo under Creative Commons License. Author: Márcio Cabral de Moura

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