Ein bisschen seltsam ist es schon, dass Red Bull einen Verein aus Markranstädt (bei Leipzig) in die Bundesliga führen will. Auf der Homepage von RB Leipzig ist der Grund dafür zu erfahren. „Wir wollen dabei helfen, dem Fußball in dieser Region wieder den Stellenwert zu geben, den er verdient“ steht in einer Stellungnahme an die Fans zu lesen.
Das “Projekt Bundesliga” startet am 9. August beim Auftaktmatch gegen den FC Carl-Zeiss Jena II in der NOFV-Oberliga Nordost (Staffel Süd). Zunächst werden die Heimspiele noch im Stadion am Bad in Markranstädt ausgetragen. Dort ist Platz für 5500 Zuschauer. Für 2010 ist ein Umzug ins Leipziger Zentralstadion geplant. Eine Garantie für den Erfolg des Vorhabens gibt es natürlich nicht, aber die Voraussetzungen sind gut. Im Kader taucht u.a. ein Name aus der Bundesliga auf. Ingo Hertzsch war beim HSV und bei Bayer 04 Leverkusen aktiv. Zuletzt war er beim FC Augsburg unter Vertrag. Auch der Torwarttrainer ist vielen sicherlich ein Begriff, den Namen Perry Bräutigam vergisst man schließlich auch nicht so schnell.
Wie weit es gehen kann, sieht man bei Red Bull Salzburg, bei dem der Energy-Drink-Hersteller 2005 eingestiegen ist. Der aus dem SV Austria Salzburg hervorgegangene Verein feierte 2009 seine zweite österreichische Meisterschaft.
Wenn RB Leipzig (vormals SSV Markranstädt) es tatsächlich in die Bundesliga, oder sogar in einen internationalen Wettbewerb schafft, müssen wir uns dann darauf einstellen, dass in Zukunft Red Bull Vereine regelmäßig zu den Titelanwärtern zu zählen sind? Oder, und das ist vielleicht das größere Übel, lassen die Verantwortlichen im Falle des Misserfolgs den Verein wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden? Denn eines ist in jedem Fall klar: RB Leipzig ist kein zweites Hoffenheim und wird es auch nicht werden. Hier gibt es keinen finanzstarken Mäzen, der selber für den Verein gespielt hat und mit Herzblut an diesem hängt.
Dass die Region Potential hat, konnte man schon bei der Weltmeisterschaft 2006 sehen, denn Leipzig war die einzige Spielstätte ohne Bundesligaverein. Es wäre also durchaus sinnvoll in diesen Landstrich zu investieren. Bleibt zu hoffen, dass RB Leipzig nicht zu Energie Cottbus 2 mutiert. Gerade die Lausitzer sind für mich ein Paradebeispiel von einem gesichtslosen Mittelmaßverein, auf den ich in dieser Form keinerlei Wert lege.

So viel Kritik RB Leipzig in Zukunft also auch entgegen schlagen mag, – auch ich stehe dem Ganzen durchaus  skeptisch gegenüber – dieser Verein wird seine Fanbasis aufbauen und höchstwahrscheinlich eines Tages sein Ziel erreichen. Bis dahin bleibt zu hoffen, dass Red Bull nicht noch ins Bier- oder Musikgeschäft einsteigt. An Red Bull Hell oder Red Bull Metallica könnte ich mich beim besten Willen nicht gewöhnen.

Autor:taktikfuchs

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