Verfasst von Dr. Christian Magerl.
Verfasst von Dr. Christian Magerl.
Wirtschaftskrise und Ausbaupläne der Flughafen München GmbH
Gegen die Planungen für die dritte Startbahn am Flughafen sprechen viele Gründe: Lärm- und Abgasbelastung, Klima- und Naturschutz, Verschwendung von Steuermilliarden, die in anderen Bereichen dringend fehlen, und so weiter und so fort. Angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise wäre es nun aber wirklich höchste Zeit, diesen Unfug zu stoppen.
Während Dr. Michael Kerkloh, Vorsitzender der Geschäftsführung der FMG, immer noch von „Dellen“ redet und der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mayrhuber schlicht und einfach behauptet, die Luftfahrt werde „weiter wachsen, das ist sicher“, der Münchner Flughafen werde „auf jeden Fall“ weiter ausgebaut, stehen andernorts die Zeichen längst auf Sturm.
Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon erklärte laut Wirtschaftswoche vom 02.02.2009, die Konjunktur habe „nicht bloß einen Schwächeanfall. Sie befindet sich auf der Intensivstation.“ Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet in ihrer Ausgabe vom 07.02.2009 unter der Überschrift „Die Realität ist schlimmer als die Prognosen“ von einem Absturz der Industrieproduktion „mit beängstigendem Tempo“. Darin wird u.a. Joachim Scheide vom Institut für Weltwirtschaft wie folgt zitiert: „Die Zahlen sind noch wesentlich schlechter als befürchtet. So etwas hat es nach meiner Erinnerung noch nie gegeben. Es ist fast unbeschreiblich, was derzeit mit der Konjunktur passiert.“
Der Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, spricht laut Süddeutscher Zeitung vom 11.02.2009 bereits von einer Depression. Das Schlimmste könne nicht mehr ausgeschlossen werden. Es droht eine lang anhaltende weltweite Stagnation.
Dies bleibt logischerweise auch für den Reisesektor nicht folgenlos. Der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) hat Mitte Januar eine Umfrage unter 548 Firmenmitgliedern durchgeführt, die zusammengenommen einen Gesamtumsatz im Geschäftsreisebereich von jährlich mehr als zehn Milliarden Euro generieren. An der Umfrage beteiligten sich 199 Unternehmen. Das Ergebnis war, dass 32 % der Unternehmen alle „nicht unbedingt notwendigen Reisen gestrichen sind.“ (zitiert nach VDR). Ähnlich desaströse Meldungen sind vom Bereich Tourismus zu vermelden. IATA-Präsident Giovanni Bisignani sieht kein Ende des Abschwungs. Bestätigt wird diese Einschätzung durch aktuelle Zahlen.
Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung ging in den ersten 25 Wochen dieses Jahres die Zahl der Flugzeugbewegungen am Flughafen München um nicht weniger als 9 % zurück. Im Zwischenbericht der Lufthansa für das 1. Quartal 2009 heißt es unter anderem: „Anzeichen für eine Erholung sind derzeit noch nicht in Sicht.“ Die weitere Geschäftsentwicklung bleibe mit hohen Risiken behaftet.
Mittlerweile sollte aber selbst den größten Optimisten aufgegangen sein, dass sämtliche Prognosen der vergangenen Jahre Makulatur sind.
Offenbar fehlen der Führung der FMG allerdings der Mut und die Stärke, aus der tatsächlichen Entwicklung die richtigen Schlüsse zu ziehen. Mit Schönfärberei allein lässt sich kein Wachstum herbeireden. Als Intraplan ihr Prognosegutachten für eine dritte Start- und Landebahn am Flughafen München erstellte, waren die dramatischen Folgen der Finanzkrise nicht vorherzusehen. Jetzt wäre es endlich an der Zeit, daraus auch die richtigen Konsequenzen zu ziehen und die Planung einzustampfen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Christian Magerl
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Schönen Gruß und Auf Wiedersehen! »

Wer hätte gedacht, dass die Wirtschaftskrise auch ihre guten Seiten haben könnte.
Wenn es dadurch möglich ist, die FMG von ihren menschenverachtenden Plänen einer dritten Startbahn abzubringen, dadurch Hunderte Menschen ihr Zuhause nicht verlieren und Tausenden Menschen Lärm und weitere gesundheitsschädliche Emissionen erspart bleiben, kann ich dem ganzen durchaus auch etwas Positives abgewinnen.