Verfasst von gses.
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Die U21 und der Titeldruck
Auf Tagesspiegel-online erschien vor kurzem ein aufschlussreiches Interview mit U21 Bundestrainer Horst Hrubesch.
Auf die Frage warum denn Toni Kroos und Alexander Baumjohann, zwei hoch talentierte zentrale Mittelfeldspieler, nicht dabei sind, antwortete er:
„Ich habe zu viele Leute, die in der Rückwärtsbewegung mehr tun müssen. Das kann ich mir auf dem Niveau nicht leisten.”
Dies zeigt leider den inzwischen auch im Nachwuchsbereich vorhanden Leistungsdruck. Dafür wird Hrubesch nicht alleine verantwortlich sein. Die Marschroute des DFB ist klar:
Das Team soll gefälligst den Titel mit nach Hause bringen und deshalb wird der Kader so aufgestellt, dass ja nichts schief geht. Defense wins championships!
In meinen Augen ein völlig falscher Ansatz. Titel bei Nachwuchswettkämpfen bringen dem Verband lediglich einen schöneren Briefkopf und ein gutes trügerisches Gewissen in der Jugendarbeit alles richtig zu machen. Bei solchen Turnieren sollten die größten Talente auflaufen dürfen, ohne Erfolgsdruck und mit Spaß am Spiel.
Fehlende Kreativität
Auch wenn ich vom Spiel gegen Spanien begeistert war, würde eine offensive Mittelfeldreihe mit Özil-Kroos(Baumjohann)-Marin und im Sturm Sandro Wagner noch mehr Schwung bringen als die derzeitige Variante mit zwei in der Luft hängenen Außen (Özil, Marin) und einem überforderten, als Stoßstürmer unerfahrenen Dejagah. Wie schwer es gegen kompakte Abwehrreihen laufen kann, sah man im gestrigen Spiel gegen die Finnen. Die Kreativität fehlte – zumeist ein Problem von zu defensiv ein- und aufgestellten Mannschaften.
Durch die Aufstellung von Aogo und Khedira, die als Doppelsechs fungieren, wird genug für die so wichtige Rückwärtsbewegung getan. Kroos und Baumjohann hätten sich mit diesen zwei klasse Leuten im Rücken richtig austoben können – sprich, unter Umständen einen großen Schritt in ihrer Entwicklung machen, von jenem letztendlich auch die A-Nationalmannschaft profitiert. Schlussendlich ist es das, was zählt. Wenn man solche Kicker aber daheim läßt, nimmt man seinen Nachwuchsleuten und sich selbst die Chance.
Letzlich fördert dieser Titeldruck schon im Nachwuchsbereich den inzwischen auch in Deutschland ungeliebten Verwaltungs bzw. Ergebnisfußball. Und das kann nicht im Sinne des Erfinders sein – bei einem Turnier, bei dem die besten Talente dabei sein und frei aufspielen sollen.
Autor: gses
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