Nach dem überraschenden Abgang von Christoph Daum, war der 1. FC Köln fieberhaft auf Trainersuche. Nun ist er mit Zvonimir Soldo fündig geworden.

Doch wen hat sich Köln da an Bord geholt?

Als Spieler ist er wohl jedem Fußball-Fan in Deutschland ein Begriff: Nach mehreren Stationen in der kroatischen Liga wechselte Soldo 1996 zum VfB Stuttgart und spielte dort 10 Jahre lang. 1997 gewann er mit dem VfB den DfB-Pokal. 2006 beendete er dort seine Karriere.
Doch ist er als Trainer nicht zu unerfahren? Ist er nach den Gesprächen der FC-Führungsetage mit Gerard Houllier nicht klar als zweite Wahl anzusehen?
Nein! Es war nicht wirklich zu erwarten, dass sich der Ex-Trainer des FC Liverpool und von Olympique Lyon zu einem Engagement beim FC hinreißen lässt. Man wollte wohl eher ein Zeichen setzen: „Wir sind wieder wer. Wir verhandeln jetzt auch mit den großen Trainern.“

Zvonimir Soldo war schon vor diesem vermeintlichen Coup im Gespräch. Und das zurecht. Soldo war ein hervorragender Spieler im defensiven Mittelfeld, was ein gutes Verständnis von Taktik voraussetzt. Er leitete jahrelang die spielerischen Geschicke beim VfB, und das auf höchstem Niveau. So sollte es ihm z.B. auch gelingen, beim Kölner Abwehrchaos Abhilfe zu verschaffen.

Double mit Dinamo Zagreb

Der Kroate ist außerdem kein absoluter Neuling im Trainergeschäft. Bereits letztes Jahr war er Übungsleiter bei Dinamo Zagreb. Er übernahm die Mannschaft zwar in einer fortgeschrittenen Phase der Saison, gewann aber trotzdem souverän das Double, nämlich den Pokal und die Meisterschaft. Zudem absolvierte Soldo in Köln seine Trainerlehrerausbildung. Er kennt sich somit beim FC und dessen Umfeld bestens aus, was in der Domstadt erfahrungsgemäß immer von Vorteil ist.
Mit Michael Henke bringt Zvonimir Soldo einen, wenn nicht den erfahrensten Co-Trainer der Bundesliga mit ins Boot. Er konnte schon bei Horst Köppel und Ottmar Hitzfeld assistieren, wobei er mit letzterem sogar einige Meisterschaften und zwei Champions-League-Siege feiern durfte. Soldo wird auf jeden Fall von Henkes Erfahrung profitieren.

Es sprechen also einige Gründe für Zvonimir Soldo (und Michael Henke). Außerdem freut es mich, einen frischen und unverbrauchten Trainer zu holen, mit dem man zwar ein Risiko eingeht, dessen Person und Trainingsmethoden aber nicht schon bei der halben Liga bekannt sind, wie bei all den Neururers, Funkels und Konsorten.

Ich freue mich auf die Saison 09/10!

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