Verfasst von gses.
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Confed-Cup 2009: Südafrika und Irak trennen sich 0:0
Die Angst der Südafrikaner vor einer Blamage (sprich: ein Ausscheiden in der Vorrunde) ihres Nationalteams bei der Heim-WM 2010 ist durchaus begründet. Die “Bafana, Bafana” zeigte im ersten Spiel des Confed-Cup, der WM-Generalprobe, gegen den Irak vor allem in der ersten Hälfte einige technische Fehler sowie teilweise haarsträubende Fehlpässe, welche man bei der kontinentalen Konkurrenz aus Ghana, Nigeria oder von der Elfenbeinküste selten zu sehen bekommt. Ebenfalls auffällig ist die chaotische Zuordnung bei hohen Bällen, hier dürften nächstes Jahr insbesondere die europäischen Gruppengegner der Südafrikaner ansetzen. Positiv zu erwähnen ist die unglaubliche Motivation mit der die Mannen vom Kap zu Werke gingen.
Thembinkosi Fanteni übertreibt es allerdings schon nach ein paar Minuten und rauscht überhart in seinen Gegenspieler und ist mit Gelb sogar noch gut bedient. Sehr viel mehr passiert nicht in Halbzeit 1. Lediglich ein erwähnenswerter Angriff der Südafrikaner, der über ihre stärkere rechte Seite vorgetragen und von ihrem mit Abstand besten Mann, der Nummer 6 Macbeth Sibaya, mit einem tollen Schuss aus dem Fußgelenk abgeschlossen wird. Mohammed Kassid im Tor der Iraker hat gerade noch seine Finger dran. Sibaya überragt das gesamte Spiel, hat eine gute Übersicht in der zentralen defensiven Position, und ist sehr stark im Zweikampf. Die erste Confed-Cup Entdeckung. Aber ein unbeschriebenes Blatt ist er keineswegs, denn Qualität setzt sich ja bekanntlich durch. Er spielt beim russischen Meister Rubin Kazan als Stamm auf der 6. Aufgrund des aufstrebenden russischen Fußballs ist dies ein offensichtliches Qualitätsmerkmal.
Der Robert Huth Südafrikas
Das Schönste im Allgemeinen ist das ständige Getröte aus dem Publikum, das man als Afrika-Cup Zuseher gewohnt ist. Auffallend ist auch die unheimlich intensive Spielbetrachtung der Zuschauer, die jeden Ballgewinn ihrer Helden euphorisch abfeiern. Und der Robert Huth Südafrikas ist auch gleich gefunden. Innenverteidiger Matthew Booth, der einzige Weiße in der Startelf, wird bei jeder Ballberührung mit einem langezogenen “Booooooooooooth” bedacht. Ähnlich wie Huth spielt er allerdings auch. Steven Pienaar, den man noch aus seinen Dortmunder Zeiten kennt ist komischerweise – obwohl im Kader – nicht am Start und Benny McCarthy wurde aus disziplinarischen Gründen nicht berücksichtigt. Aber ehrlich gesagt können sich die Südafrikaner das nicht erlauben, ihnen fehlt der starke Mann im Sturmzentrum.
Unglücksrabe Parker
Im zweiten Spielabschnitt richten sich die Afrikaner nach einer Stunde in der Hälfte der Araber ein, die langsam müde werden. Deshalb verursachen diese viele Standards, die jedoch vom Heimteam katastrophal ausgeführt werden. Innerlich hoffe ich auf den Führungstreffer, da ich die Menge einfach ausrasten sehen möchte. Mir gefällt wie der Gastgeber versucht das Spiel druckvoll zu gestalten, hier machen sie einen guten Eindruck. Zwanzig Minuten vor dem Ende wird die gefühlte 28. Standardsituation endlich mal gefährlich, doch Fanteni köpfelt knapp drüber. Nach zwei weiteren Großchancen durch Mashego und Parker, kommt es zu einer sensationell kuriosen Situation: Es ist wieder Parker, der für den bereits geschlagenen irakischen Torwart unfreiwillig auf der Linie klärt. Der Unglücksrabe wird daraufhin sofort ausgewechselt und endlich kommt Pienaar, der sofort Einfluss auf das Spiel nimmt. Der so hochgelobte Modise verstolpert noch einen vielversprechenden Kontor und erinnert dabei eher an einen Säugling der gerade laufen lernt.
Dennoch kann die “Bafana Bafana” auf der zweiten Hälfte aufbauen, auch wenn man es nicht schaffte gegen einen unterdurchschnittlichen Gegner, der in seinen Möglichkeiten spielte, den Siegtreffer zu erzielen. Ich freue mich auf das erste Tor der Gastgeber in diesem Turnier, wenn die eh schon gute Stimmung explodieren wird.
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