Verfasst von letreu.
Verfasst von letreu.
What happens to the Bundesliga?
Ich bin schon ewig Fußballfan! Eher so einer, der sich permanent informiert über Ergebnisse, Transfers und ab und zu mal ein Spiel live in der Kneipe schaut! Also kein Dauerkartenbesitzer, eher Gelegenheitsstadionbesucher! Den Werdegang von Mannschaften, die mir in mittlerweile fast 20 Jahren Fußballbegeisterung über den Weg gelaufen sind- sei es in der ersten oder zweiten Liga- habe ich stets verfolgt und mir so meinen Teil dabei gedacht! So waren vor ca. 12 Jahren Teams wie Fortuna Düsseldorf, Kickers Offenbach, Waldhof Mannheim, Wattenscheid, Saarbrücken, Uerdingen… nicht aus dem deutschen Profifußball wegzudenken! Auch in der zweiten Liga konnte man mit Fortuna Köln, Rot-Weiß Essen oder den Stuttgarter Kickers immer rechnen! Von oben genannten Teams finden wir heute keines mehr in der ersten oder zweiten Liga! Gelegentlich schafft es einer dieser Traditionsclubs mal für ein oder zwei Jährchen nach oben, kurze Zeit später ist er dann aber wieder in der Versenkung verschwunden!
Ich finde das sehr schade!
Ich muss zugeben, wenn ich die beiden Ligen neue besetzen dürfte, wäre für einige Teams kein Platz mehr! Ingolstadt, Ahlen, Wehen, Cottbus und Hoffenheim sind nur einige Beispiele! Die Grundlage dafür ist meine Ansicht, dass sich ein Team die Bundesligazugehörigkeit über einen längeren Zeitraum erarbeiten muss! So finde ich zum Beispiel dass es Wolfsburg (so sehr ich auch Abneigung gegen diesen Club verspüre) verdient hat, seit langem oben dabei zu sein. Immerhin haben die Wölfe ein langes Dasein in der 2. Liga gefristet! Ebenso Mainz 05. Die sind nach schier unendlich vielen Anläufen aufgestiegen und haben die Liga zumindest 3 Jahre mit schönem Angriffsfußball bereichert! Auch Freiburg sei zu nennen!
Eine Lösung wäre, den deutschen Fußball wie damals zur Gründungszeit der Bundesliga neu aufzuteilen! So könnte eine 1.Liga (bestehend aus 20 Teams) und eine 2.Liga (ebenfalls 20) eingeführt werden die aus 40 fixen Teams besteht. Das würde bedeuten, dass innerhalb dieser beiden Ligen die Meisterschaft ausgespielt wird, jedoch die Teams gleich bleiben- also keiner aus der 2. Liga absteigt. Wenn ein Club nicht mehr mitspielen will oder kann (z.B. Bankrott ist) rückt ein neuer nach. Die Mannschaften müssten nach einem bestimmten Schlüssel ausgewählt werden, z.B. zu je einem Sechstel: Erfolge in der Vergangenheit, Zuschauerandrang und Beliebtheit, regionale Bedeutung (sprich: nicht 10 Teams aus dem Saarland), realitätsnahe Zukunftsplanung, Konstanz in den letzten Jahren und attraktive Spielweise zum jetzigen Zeitpunkt. Ich könnte mir vorstellen, dass dadurch das Interesse am Fußball in Deutschland steigen würde.
Natürlich benachteiligt dieses System kleinere Clubs extrem und ist dadurch nicht sehr demokratisch! So wäre zum Beispiel ein Verein wie der SSV Ulm niemals in die erste Liga gekommen- und das wäre natürlich sehr schade gewesen! Aber die Tatsache, dass der Fall Ulm eine absolute „Eintagsfliege“ war, würde das „Opfer“ für mich als Zuschauer verschmerzbar machen! Denn die Erfahrung zeigt, dass auf eine Überraschungsmannschaft im positiven Sinne mindestens 10 „Nieten“ kommen, die die Ligen blockieren, indem sie destruktiven und unansehnlichen Fußball bieten und nicht mal 5000 Leute ins eigene Stadion locken.
Meine Horrorvision ist, dass in der 1. Liga Teams wie Ingolstadt, FSV Frankfurt oder Wehen gegen Cottbus, Ahlen oder Koblenz „Spitzenspiele“ bestreiten!
Ich bin der Ansicht, dass eine Lösung her muss! Sonst sehe ich für die 1. und 2. Liga in Zukunft schwarz und schau mir die Spiele dann wohl auch seltener oder gar nicht mehr an!
Was haltet Ihr davon?
Autor:letreu
interessante betrachtungsweise. im grunde genommen kann ich dir nur recht geben. mir fehlen in den oberen ligen auch namen wie leipzig, dresden, düsseldorf, union oder tebe berlin oder fortuna köln.
Also vorab, Lob für kreativen Gedankengang! Mir stinken allerdings Vereine wie Hoffenheim, Leverkusen, Wolfsburg, Wehen-Wiesbaden oder Ingolstadt viel mehr, weil sie nicht unter den gleichen Voraussetzungen ihre Ligenzugehörigkeit erreicht haben, wie andere. Clubs wie der FSV Frankfurt (im übrigen Endspielteilnehmer 1925 und Vizepokalsieger 1938, also durchaus ein Traditionsclub), RW Ahlen oder Oberhausen, die dies im Gegensatz zu den erstgenannten durch harte Arbeit und gutes Management ohne entsprechende “Finanzzuschüsse” erarbeitet haben. Und wo ist die Grenze zwischen “Gut und böse”? Welchen Zeitraum soll dies umfassen. Sind Preußen Münster und Saarbrücken “gute” Traditionsclubs, weil sie bei der BL-Gründung dabei waren. Was ist mit Fürth (dreifacher Meister) oder RW Essen (Meister 1955)? Man kommt doch auch ohne die “neuen Hoffenheims” locker auf weit über 40 Vereine, die es auf Grund ihrer Geschichte “verdient” hätten, in dem vor Dir angeführten erlauchten Kreis dabei zu sein.
Das von Dir dargestellte System erinnert an die amerikanischen Sportarten. Ich selbst bin begeisterter Fan von NFL und MLB, für mich ist es klar, daß dort die Cowboys oder die Cubs nicht aus den Ligen verschwinden, weil sie mal Letzter geworden sind. Das ganze System ist eben schon von der Geschichte her unvergleichbar. In Amerika gab es noch nie dieses Ligensystem wie in Deutschland, wo im Prinzip jeder B-Klassen-Club mal Meister werden könnte (zumindest solange, bis die Kommerzialisierung dies auch verhinderte, Ausnahmen siehe Hoffenheim). Selbst in England gab es ein mit Deutschland vergleichbares Ligensystem nie. Auch dort war bis vor einigen Jahren nach der vierten Liga “Schluß”. In Deutschland gibt es aber hierzu eine ganz andere Mentalität, die eben aus der Geschichte gewachsen ist. Das so etwas, wie Du Dir vorstellst, hier nicht so einfach umgesetzt werden kann, zeigt ja z.B. die DEL. Und noch eine konkrete Frage, wie willst Du denn Spannung in der zweiten Liga außerhalb des Aufstiegskampfs erzeugen? Ab Platz 8 geht es dann doch im Prinzip ab Mitte der Saison nur noch um die goldene Ananas. Dann doch auch konsequent ein Play-Off-System wie in den Staaten, wo dann auch noch der 12. eine Chance auf den Aufstieg hätte.
Also dies alles zusammengefaßt, sehe ich für eine Umsetzung Deiner Gedanken zumindest mittelfristig keine Chance. Was allerdings geschehen wird, wenn die derzeitige “Blase” im deuschen Profifußball mal platzt (und das ist ja auf Grund der derzeitigen Wirtschaftslage gar nicht mal so weit hergeholt), kann ich auch nicht sagen.
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Sind denn alle noch ganz sauber? »


Das erinnert mich stark an den amerikanischen Profisport. Feste Teams, kein Abstieg. Um aber in solch einem System ein gewisses Maß an Chancengleichheit zu haben, sollten die besten Nachwuchsspieler von den schlechtesten Teams “gezogen” werden, wie im NBA-Draft beispielsweise. Traditionsklubs wie Fortuna Düsseldorf, die sich dann plötzlich in Liga 2 wiederfinden würden, könnten jedoch gut mit ihrer exklusiven Stellung werben (immerhin gibt es ja “nur” 39 Kontrahenten) und Investoren gewinnen, da die Planung aufgrund des nicht möglichen Abstiegs um einiges leichter wäre.
Die von dir angeprangerte Kommerzialisierung wird so ein System allerdings kaum stoppen, eher noch erweitern – siehe auch hier den US-Sport.